Amélie

Berufung Mutter

3 minutes

Ich habe immer geglaubt, mit dem Muttersein würde ich meine Berufung finden – nie hätte ich gedacht, dass ich mich dabei verliere.

Als ich jung war und mir vorstellte, wie es wäre, Mutter zu sein, sah ich eine Horde lachender Kinder im Garten unter Wasserschläuchen spielen oder gemeinsam mit gesenkten Köpfen am Esstisch Hausaufgaben machen. Glorreiche Erinnerungen meiner eigenen Kindheit.
Als ich älter wurde, gestand ich mir ein, dass eine Fussballmannschaft vielleicht doch etwas zu ambitioniert sei, und bis ich schließlich noch den passenden Mann getroffen hatte, war ich gedanklich bei zwei Kindern angekommen – vorzugsweise einem Pärchen.
Ich malte mir aus, wie ich mit ihnen Weihnachtsplätzchen backe und mit Wasserfarben male, wie sie abends dem heimkehrenden Papa in die Arme laufen und wie ich zukünftig jeden Herbst vier Paar Wollsocken in verschiedenen Größen für den Winter stricken würde.
Dann wurde ich Mutter. Und wie alle Mütter mit einem Baby war ich ausreichend gefordert. Plötzlich waren all meine Träumereien in weite Ferne gerückt. Mit dem zweiten Kind war dann auch das letzte bisschen persönlicher Freiraum zu einer Illusion und selbst die eigentlich vorprogrammierte Rückkehr in meine Selbstständigkeit zu einer irgendwo am Horizont wabernden Fata Morgana geworden.
Nein, das fühlte sich weder gut noch erfolgreich an. Im Gegenteil. Im Job kam ich zu nichts mehr, und das stresste mich. Zu Hause war ich aber dauernd in Gedanken beim Job, und das versaute mir die wertvolle Zeit mit den Kindern. Denn bei aller selbstkreierten Hektik war mir immer schmerzlich bewusst, wie kostbar die Zeit mit den Kleinen ist. Zeit für meinen Mann, uns oder gar mich? Fehlanzeige.
Irgendwann platzte mir der Kragen: Ich begann zu analysieren und zu hinterfragen, was mit meinem Weltbild nicht stimmte und warum es so sehr von meiner Vision abwich.
Die Erkenntnisse waren ernüchternd und doch erhellend einfach:
Es gibt keine Perfektion – nirgends! Es ist also okay, mit den Kindern zu spielen, ohne den Tisch abgeräumt zu haben, und auch wenn ich nicht Samstag, sondern erst den kommenden Dienstag staubsauge, kommt niemand um.
Als die Kinder auf die Welt gekommen waren, hatte mein Mann einfach mit seinem Job weitergemacht und mich in meinem „neuen“ aufgehen lassen. Als aber auch ich wieder anfing zu arbeiten, hatten wir vergessen, das Gesamtpensum neu zu verteilen. Ein gern genannter Begriff in diesem Zusammenhang ist die „mental load“ – denn nicht nur Mutter muss alle Termine etc. im Kopf haben und das Ganze am Laufen halten, auch Papa kann das prima – wenn frau ihn lässt. Also setzten wir uns zusammen und erfanden unser Rad neu.
Mein eigener Ehrgeiz, mein Business in knapp 15 Stunden pro Woche auf eine neue Ebene zu heben im Vergleich zu meiner Vollzeitstelle vorher … einfach nur lächerlich. Also packe ich mir heute Päckchen, die in meiner wenigen Arbeitszeit zu bewältigen sind, deren Erreichen wieder für Ruhe und Zufriedenheit sorgt und die langfristig natürlich trotzdem zu nachhaltigen Erfolgen führen. Effizient statt nur beschäftigt eben.
So gelingt mir täglich der Ausstieg aus meinem Alptraum, und auch wenn meine Vision noch nicht jeden Tag Realität ist, so bin ich doch sehr viel glücklicher als vorher. Und genau das zählt!

Es gibt noch viele Schrauben, an denen frau drehen kann in einer solchen Situation – auch du.
Vielleicht sind es deine Werte, deine Glaubenssätze, deine Antreiber etc., die es dir schwer machen, dich in deiner Mutterrolle so wohlzufühlen, wie du es verdienst.
Dann lass uns doch mal hinschauen!
Denn „besser sein“ ist die Steigerung von „einfach tun“.
Ich bin dabei, du auch?
Deine Amélie


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